Jurystatements


Projekt: Teilgesellschaften
Antragsteller: Antje Pfundtner in Gesellschaft

Antje Pfundtners Projekt „Teilgesellschaften“ hat die Jury überzeugt, weil es plausibel auf der bisherigen künstlerischen Arbeit der Choreografin aufbaut und diese konsequent weiterführt: Mit ihren Tischgesellschaften möchte sie eine Plattform schaffen, die den Austausch von Künstlern untereinander ermöglicht, fördert und somit in die Szene hineinwirkt – eine Initiative, die die Jury unbedingt für begrüßens- und unterstützenswert hält. Mit einer Stärkung ihrer Kompaniestruktur ebenso wie ihres künstlerischen Schaffens selbst festigt Antje Pfundtner zudem die Exzellenz ihrer eigenen Arbeit.

 

Projekt: EinTanzHaus+
Antragsteller: EinTanzHaus 

Die Jury begrüßt die Initiative des Künstler-Tandems Eric Trottier und Daria Holme, mit Unterstützung der Stadt Mannheim und des Landes Baden-Württemberg im süddeutschen Raum ein Zentrum für Zeitgenössischen Tanz zu etablieren. Mit der Realisierung des eingereichten Konzepts wird die Entwicklung eines modellhaften Ortes der Begegnung mit der Möglichkeit für Präsentation, theoretischen Diskurs, Residenz- und Workshop-Programme für Tanz mit nationaler und internationaler Ausstrahlung gefördert. „EinTanzHaus+“ kann somit zu einer Spielstätte mit professionalisierter Infrastruktur werden, an die sich auch die zwar noch junge aber lebendige süddeutsche freie Tanzszene anbinden kann, flankiert durch den Aufbau einer Juniorcompany wie auch durch Kooperationen u.a. mit dem ZKM Karlsruhe und der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. 

 

Projekt: EXPLORE DANCE! Tanz für junges Publikum entdecken
Antragsteller: fabric moves 

Tanzproduktionen für Kinder und Jugendliche sind in Deutschland immer noch rar, obwohl eine grosse Nachfrage nach hochwertigen Arbeiten besteht. Das Projekt „EXPLORE DANCE“ will diese Lücke schließen und setzt dafür auf ein starkes Netzwerk aus Theatern und Schulen in Potsdam, München und Hamburg – unterstützt durch einen internationalen Beirat. Die Jury begrüsst das Vorhaben, das nicht nur neue Produktionen im Fokus hat, sondern ebenso in die Vernetzung, die künstlerische Reflektion und eine längerfristige Förderperspektive investiert. Damit wird – so ist zu hoffen - ein Grundstein gelegt für die nachhaltige Entwicklung dieses für den Tanz so zentralen Bereichs. 

 

Projekt: Kooperatives Tanzentwicklungskonzept Freiburg
Antragsteller: Kulturamt Freiburg

Mit dem Projekt „Kooperatives Tanzentwicklungskonzept Freiburg“ zeigt das Kulturamt Freiburg modellhaft auf, wie Verwaltung als starker Partner langfristig und produktiv die Kultur und damit auch die Tanzszene einer Stadt mitgestalten und befördern kann. Die Jury ist überzeugt davon, dass das mit mehreren Partnern gemeinsam erarbeitete Konzept es der freien Tanzszene ermöglicht, sich dauerhaft strukturell weiterzuentwickeln und größere Sichtbarkeit zu gewinnen. Die Projektförderung des TANZPAKT unterstützt so aktiv die Stärkung der Freien Szene Tanz in Freiburg und die Entstehung eines exzellenten Standortes für den zeitgenössischen Tanz in Baden-Württemberg.

 

Projekt: Gastgeberschaft
Antragsteller: MOUVOIR

Die Arbeiten der Choreografin Stephanie Thiersch zeichnen neben ihren international kooperierenden Bühnenstücken vor allem die Einmischung in den öffentlichen Raum aus, wie zuletzt bei City Dance Köln 2016 mit 500 Beteiligten. Mit der Förderung des Antrags „Gastgeberschaft“ unterstützt die Jury die Kölner Kompanie MOUVOIR darin, ihre Aktivitäten im Dialog mit anderen Künstler*innen, Laien, Expert*innen und Bürger*innen ohne Produktionszwang auszuweiten, neue Allianzen mit dem Publikum aufzubauen und somit den Tanz stärker ins Zentrum der Gesellschaft zu rücken. 

 

Projekt: Making a Difference (MAD)
Antragsteller: Sophiensaele 

Die Jury unterstützt die Realisierung des Projekts „Making a Difference“, da ihm ein besonderes Konzept zugrunde liegt, das Tanz mit und für Menschen mit physischen und sensorischen Behinderungen fördert. Mit seinen interessanten Modulen, die sich über mehrere Jahre erstrecken, und der geplanten Stärkung nationaler und internationaler Netzwerke ist das Projekt einmalig.

 

Projekt: Vorpommern tanzt an
Antragsteller: Tanzregion Vorpommern 

Das Konzept „Vorpommern tanzt an“, das aus der Bündelung der Expertisen von Perform[d]ance (Stralsund), schloss bröllin (Fahrenwalde) und Theater Vorpommern entstanden ist, hat die Jury auf allen Ebenen überzeugt. Es setzt genau dort an, wo grundlegende Strukturen für eine freie Tanzszene in dieser Region entwickelt werden müssen: beim Aufbau eines Kompetenzzentrums Tanz mit choreografischen Labs und Mentoring für junge Tanzschaffende über ein Tanzvermittlungsprogramm mit tourenden Klassenzimmerstücken und Qualifizierungsmaßnahmen, einem jährlich stattfindenden Tanzfest bis hin zur Einrichtung einer Fachstelle Tanz zwecks regionaler und bundesweiter Vernetzung. 

 

Projekt: TanzWert
Antragsteller: Tanztheater Erfurt

Mit der Förderung dieses kooperativen Entwicklungskonzepts des Tanztheaters Erfurt mit dem DNT Weimar und dem Theater Erfurt unterstützt die Jury, dass in Thüringen perspektivisch wieder verstärkt Tanz stattfinden und präsentiert werden kann. Somit ermöglicht sie dem Projekt „TanzWert“ die Neubelebung der Sparte Tanz in der Region und die längerfristige Etablierung eines stabilen künstlerischen Netzwerks. Positiv bewertet die Jury zudem die Einbeziehung partizipativer Projekte mit niedrigschwelligem Vermittlungsangebot, welche die geförderten Neuproduktionen begleiten sollen, um so eine erwünschte Programmvielfalt an den beiden Häusern und die Modellhaftigkeit der Verknüpfung einer freien Tanzkompanie mit den beiden thüringischen Theaterinstitutionen deutlich erkennbar und sichtbar werden zu lassen.