Kulturpolitischer Dialog


Zusätzlich zur konkreten kulturpolitischen Beratung zum Aufbau von Projektpartnerschaften im Rahmen von TANZPAKT Stadt-Land-Bund intensiviert der Dachverband Tanz Deutschland den kulturpolitischen Dialog mit Städten, Ländern und dem Bund. Ziel ist die Stärkung und Weiterentwicklung bestehender wie auch neuer Förderinstrumente und Strukturen für den Tanz. 

Hierbei arbeitet der DTD eng mit Akteur*innen vor Ort und den Ministerien der Bundesländer zusammen. Er berät in allen Fragen des Tanzes vor Ort, z.B. bei den Fachtagen, und unterstützt mit seiner Expertise die Zusammenarbeit von Kulturverwaltung, Politik und Tanzszene. In kommunalen und Länderparlamenten informiert der DTD über das künstlerische Potential des Tanzes und über seine Wirkungskraft in der Gesellschaft, so in der kulturellen Bildung, Wissenschaft und Kreativwirtschaft. 

Der DTD koordiniert die Initiativgruppe "Tanzförderung Stadt Land Bund", in deren Arbeitskreisen sich Kommunen, Länder und Bund regelmäßig austauschen. 

Arbeitskreis „Tanzförderung Stadt-Land-Bund“

Die Initiativgruppe Stadt-Land-Bund verbindet seit Frühjahr 2013 in einem Arbeitskreis Referent*innen und Leiter*innen der Fachreferate aus Länderministerien, Kommunen und des Bundes sowie weitere Förder*innen und Expert*innen der Tanzszene.

20. Arbeitskreis Tanzförderung Stadt-Land-Bund / Arbeitskreis Internationalisierung & Kreativräume am 18.11.2025 in Essen

Am 18.11. fand der Arbeitskreis Tanzförderung Stadt-Land-Bund zusammen mit dem Arbeitskreis Internationalisierung von Kreativ-Transfer in Essen auf PACT statt. Über 30 Referent*innen, Amtsleitungen und Abteilungsleiter aus Kommunen und Ländern trafen sich zum Austausch zu Themen wie Räume, Schnittstellen zwischen Kultur- und Kreativwirtschaft, Netzwerke, Förderung und Internationalisierung. Im zweiten Teil tagten die Arbeitskreise separat – im Bereich Tanzförderung ging es vor allem um „kreative“ Wege, mit den aktuellen Kürzungen umzugehen, aber auch um einen Rückblick auf 13 Jahre Tanzförderung und Initiativgruppe Tanz. Dieser gab durchaus Anlass für Hoffnung – allein in München hat sich in diesem Zeitraum die Tanzförderung verdreifacht, Förderinstrumente wurden diversifiziert, und die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Ländern hat sich erheblich verbessert. Zu guter Letzt wurde die Tanztriennale vorgestellt, die vom 14. bis 21. Juni 2026 von der Kulturstiftung des Bundes und dem Land Hamburg in der Hafenstadt veranstaltet wird.

19. Arbeitstreffen am 9. Mai 2025 (online)

Zur Begrüßung betonte die Leiterin des Referats K27 die Haltung des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) für eine freiheitliche Kulturpolitik. Inhaltlich Schwerpunkte des neuen BKM seien die Verteidigung der Kunst-, Presse- und Meinungsfreiheit sowie die Erinnerungskultur, insbesondere die Aufarbeitung der NS-Zeit und der Shoah. Themen wie der Zusammenhalt in Europa, die Stärkung des ländlichen Raums und die Bekämpfung gesellschaftlicher Spaltung gewinnen an Bedeutung und betreffen zunehmend auch die Kulturpolitik.

Im Rahmen einer Umfrage unter Vertreter*innen der Länder und Kommunen zeigt sich ein heterogenes Bild der Tanzförderung. Während in einigen Regionen wie Bremen, Halle, Schleswig-Holstein oder dem Saarland aktuell keine Kürzungen geplant sind, fehlt es jedoch oft an Planungssicherheit, abgestimmten Förderfristen und verbindlicher Ko-Finanzierung durch Länder und Kommunen. Andernorts – etwa in NRW, Dresden oder Thüringen – gibt bereits deutliche Einschnitte oder akute Gefährdungen bestehender Förderstrukturen. Besonders kritisch ist die Situation in NRW, wo von Kürzungen bis zu 50 Prozent die Rede ist.

Ein zentrales Thema des Treffens war die fehlende Vergleichbarkeit der Tanzförderung bundesweit. Eine Umfrage mit digitalen Tools zeigte, dass es eine große Zustimmung zur Erhebung entsprechender Daten gibt. Die Ergebnisse sollen für Argumentationen gegenüber Politik, Verwaltung und Szene genutzt werden. Als Herausforderungen gelten der Erhebungsaufwand, die Heterogenität der Förderformen sowie der unklare Umgang mit Bereichen ohne spezifische Tanzförderung.

Der Impuls von Christoph Peichl, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg betonte den Wert informeller Koordination und der Zusammenarbeit im Arbeitskreis Stadt-Land-Bund. Der strukturelle Ansatz des TANZPAKT wird dort als zukunftsweisend bewertet. Der Fokus müsse auf der Sicherung bestehender Strukturen liegen, nicht auf der Erschließung neuer, instabiler Felder. Modellhafte Kooperationen wie in Kassel oder München zeigen, dass eine engere Verzahnung von kommunaler Förderung und Tanzszene möglich ist. Insgesamt bleibt Tanz im Vergleich zu anderen Genres strukturell unterversorgt, was verstärkte Kooperationen und langfristige Entwicklungsstrategien notwendig macht.

 

18. Arbeitstreffen am 24. Oktober 2024 in Erfurt

Am 24. Oktober fand die 18. Ausgabe des Arbeitskreises im Rahmen der Initiative Stadt-Land-Bund statt – Referatsleiter*innen und Referent*innen für Tanz und Darstellende Künste sowie Kulturamtsleitungen waren zu Gast beim TANZPAKT-Projekt „Tanztheater Erfurt – TanzWert“ im Theater Erfurt, wo sich am Tag danach auch die TANZPAKT-Projekte trafen.

Die Staatssekretärin für Kultur in der Thüringer Staatskanzlei, Tina Beer, eröffnete die Tagung, gefolgt von einer Begrüßung durch Caroline Waldeck, Referatsleitung – Theater, Tanz, Performance (K27) bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Dr. Tobias Knoblich, Beigeordneter für Kultur, Stadtentwicklung und Welterbe der Landeshauptstadt Erfurt und Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft, sowie Apostolos Tsalastras, Erster Beigeordneter, Kämmerer und Kulturdezernent der Stadt Oberhausen und stellvertretender Vorsitzender des Kulturausschusses des Deutschen Städtetages, eröffneten mit ihren Impulsen spannende Perspektiven. Weitere Vertreter*innen aus Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Sachsen, Bayern, Hannover, Düsseldorf, Dresden, Leipzig und Freiburg berichteten zur aktuellen, größtenteils prekären Lage der Kulturhaushalte in ihren Kommunen und Ländern.

Nach einem Impuls von Andrea Gern, Geschäftsführerin der Tanzszene Baden-Württemberg, zum Thema „Tanz in der Fläche“, wurde in drei Arbeitsgruppen darüber gesprochen, wie Tanz in ländlichen Räumen und diversen Communities gestärkt werden kann und wie sich das Verhältnis zwischen Politik und Verwaltung in einer polarisierten Gesellschaft gestalten lässt. Agenda.

17. Arbeitstreffen am 16. November 2023

Am 16. November fand das 17. Treffen des Arbeitskreis „Tanzförderung Stadt-Land-Bund“ mit zwei Impulsen zum Thema „Teilhabe im Tanz“ von Robert Hillmanns (Referat Teilhabe, Diversität in der Kultur, Soziokultur, Individuelle Künstlerinnen- und Künstlerförderung, MKW Nordrhein-Westfalen) und Julia Rachuj (IMPACT-Förderung, Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Berlin) statt. Neben dem Austausch über aktuelle Entwicklungen wurde diskutiert, wie langfristig Teilhabe ermöglicht werden könne. Tanz stehe für Vitalität, Diversität und Teilhabe – Eigenschaften, die unsere Gesellschaft mehr denn je benötige, auch angesichts der zunehmenden Spaltung.

16. Arbeitstreffen am 14. März 2023

Am 14. März fand das 16. Arbeitstreffen des Arbeitskreis Tanzförderung Stadt-Land-Bund statt. Neben einer Abfrage zur Handhabung der Honoraruntergrenzen im Tanzkontext stand die Situation kommunaler Haushalte im Vordergrund. Marie Henrion, Leitung Tanzbüro Berlin, und Heike Lehmke, Geschäftsführung landesbüro tanz nrw, stellten im Rahmen der Initiative Tanz ein Modell für eine bundesweite bzw. länderübergreifende Stipendienförderung vor.

15. Arbeitstreffen am 13. September 2022

Da beim 14. Arbeitstreffen in Köln von verschiedenen Akteur*innen der Wunsch geäußert wurde, das Thema Jury eingehend zu besprechen, bildete dieses beim 15. (digitalen) Treffen des Arbeitskreis Tanzförderung Stadt-Land-Bund den Schwerpunkt des Austauschs. Als Impulsgeberin konnte Susanne Stephani (Studienstiftung des deutschen Volkes e. V.  – Darstellende Kunst / Bildende Kunst und Mitglied der Jury von DIS-TANZ-SOLO) gewonnen werden. Der Impuls stellte die Arbeit der DIS-TANZ-SOLO-Jury als Best-Practice-Beispiel vor. Im Anschluss wurde über aktuelle Herausforderungen von Auswahlverfahren auf Bundes-, Länder-, und kommunaler Ebene diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht.
 
14. Arbeitstreffen am 19. Mai 2022

Am 19. Mai 2022 fand in der TanzFaktur in Köln zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie wieder ein analoges Treffen des Arbeitskreises Tanzförderung Stadt-Land-Bund statt. Nach der Begrüßung durch Caroline Waldeck (Leiterin des Referats K27 bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien) folgten Impulse der Initiativgruppe Tanzförderung, sowie eine Videobotschaft von Holger Bergmann (Geschäftsführer, Fonds Darstellende Künste) und ein Impuls von Helge-Björn Meyer (Geschäftsführer, BFDK) zu Gemeinsamkeiten, Herausforderungen und Förderschwerpunkten nach der Pandemie. Anschließend diskutierten die rund 35 Teilnehmer*innen aus den Verwaltungen, der Politik und der Tanzszene in den drei Arbeitsgruppen „Struktur erhalten – Tanzszene stärken“, „Tanz für die Publika einer diversen Stadtgesellschaft“ und „Förderung nachhaltiger gestalten“ über Fördersysteme der Zukunft. Den Ausklang des Abends bildeten ein gemeinsames Abendessen und eine Präsentation von acht TANZPAKT-Projekten.